Gelebtes Beispiel an Mitmenschlichkeit und Nachhaltigkeit
Bundestagsabgeordneter Florian Oßner blickte hinter die Kulissen der Tafel in Kelheim
Die Kelheimer Tafel feiert in diesem Jahr bereits ihr 20-jähriges Jubiläum. Bundestagsabgeordneter Florian Oßner (CSU) hat sich zu diesem Anlass einen Vormittag lang Zeit genommen, um die Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hautnah zu begleiten. Organisatorisch geführt wird die Einrichtung von Heidi Kuffer. Die Sozialpädagogin ist bei der Caritas in Kelheim beschäftigt und leitet dort zudem die Allgemeine Sozialberatung. Zudem war vom Leitungsteam Raimund Fries vor Ort, der die einzelnen Abläufe erläuterte. Oßner zeigte sich beeindruckt von diesem außerordentlichen, ehrenamtlichen Engagement.
Insgesamt engagieren sich 35 Ehrenamtliche für die Tafel, der älteste Helfer ist 82 Jahre alt. Die Logistik hinter der wöchentlichen Hilfe ist straff organisiert. Jeden Freitagvormittag steuern die Helfer mit drei Fahrzeugen Lebensmittelhändler, die freiwillig übrige Waren zur Verfügung stellen, im gesamten Einzugsgebiet an, das sich von Riedenburg bis Bad Abbach erstreckt. Direkt im Anschluss werden die Waren sortiert und eingeräumt, bevor am Freitagnachmittag die Ausgabe an die anspruchsberechtigten Haushalte beginnt. Was am Freitagabend noch übrig bleibt, wird nicht weggeworfen, sondern an die Initiative "Foodsharing" übergeben. "Lebensmittelrettung ist ein ganz wichtiges Anliegen der Tafel", betonte Heidi Kuffer. "Ein herzliches Dankeschön für Ihre Arbeit", lobte Oßner die Ehrenamtlichen und ergänzte: "Dies ist ein gelebtes Beispiel an Mitmenschlichkeit und Nachhaltigkeit."
Weiteres Reformpaket
Der Bedarf in der Region sei riesig. Aktuell versorge die Tafel in Kelheim rund 75 Haushalte. Die Kapazitäten seien jedoch erschöpft. Auf einer Warteliste stünden derzeit weitere 50 Haushalte. Zu den Anspruchsberechtigten gehörten Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Arbeitslose, Geflüchtete sowie Empfänger von Grundsicherung. Kuffer räumt dabei auch mit Vorurteilen auf: "Es gibt vielfältige Gründe, in diese Lage zu kommen. Das hat nicht immer etwas mit Arbeitsscheu zu tun. Oft stecken Schicksalsschläge wie schwere Krankheiten oder psychische Beschwerden dahinter." Die aktuelle wirtschaftliche Lage verschärfe das Problem spürbar. Die Preise für Lebensmittel und Energie haben sich in den letzten Jahren erheblich verteuert. Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen betonte der haushalts- und finanzpolitische Sprecher der CSU im Bundestag: "Es ist mir ein persönliches Anliegen, auf allen politischen Ebenen zu helfen, damit die Menschen in unserer Region bei der Versorgung mit dem Notwendigsten nicht im Stich gelassen werden. Dazu müssen sich auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder verbessern. In den nächsten Wochen werden wir dazu ein weiteres Reformpaket im Bundestag anstoßen", so Oßner abschließend.